Magdeburger Appell

Bundesvereinigung Lebenshilfe
für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.
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Raiffeisenstraße 18, 35043 Marburg
Tel. 06421/491-128, -129 und -130 oder Fax 491-167
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MAGDEBURGER APPELL

der Teilnehmenden am Kongress der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung : "Wir gehören dazu!

Teilhabe von Menschen mit schweren Behinderungen als Herausforderung für Praxis, Wissenschaft und Politik"

Menschen mit schweren Behinderungen haben gesellschaftliche Rechte ohne Wenn und Aber

Menschen mit schweren Behinderungen haben wie alle anderen auch das Recht auf ein Leben in Würde, auf Achtung ihrer Einzigartigkeit, auf Bildung, Förderung und Unterstützung, die auf Sinnerfüllung, Wohlbefinden und Lebensglück zielen. Sie haben das Recht auf Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, unabhängig von Art und Ausmaß der Beeinträchtigung! Ihnen steht ein uneingeschränktes Wunsch- und Wahlrecht zu, welche Hilfen sie in Anspruch nehmen!

Auch in Zeiten knapper Kassen darf die Lebensqualität von Menschen, die wegen schwerer mehrfacher Behinderung oder auffälliger Verhaltensweisen umfassender Unterstützung bedürfen, nicht gefährdet werden. Wir sehen alle Verantwortlichen in der Gesellschaft, aber auch uns selbst in der Verpflichtung, für die Interessen der behinderten Menschen einzutreten, die nicht für sich selbst sprechen können:

- In der öffentlichen Debatte muss das Bewusstsein verankert werden, dass jeder Mensch ein uneingeschränktes Lebensrecht hat. Verfahren der pränatalen Diagnostik und der Gentechnik, die das Ziel haben, behindertes Leben auszusondern, tragen dazu bei, das Lebensrecht behinderter Menschen generell in Frage zu stellen. Entwicklungen in diesem Bereich sind kritisch zu hinterfragen.

- Die Leitideen Normalisierung, Integration/Inklusion und Selbstbestimmung müssen im Lebensalltag von Menschen mit sehr hohem Hilfebedarf wirksam werden.

Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse, Wünsche und Interessen des behinderten Menschen. Zur Umsetzung der Leitideen bedarf es der Beteiligung, der Offenheit und der Mitgestaltung aller: der Menschen mit Behinderung, der Angehörigen und Freunde, der Nachbarn, der Mitarbeitenden in Einrichtungen und Diensten, der Verbände der Behindertenhilfe und insbesondere der politisch Verantwortlichen.

- Menschen mit hohem Hilfebedarf müssen inmitten der Gesellschaft leben können. Sie sind Bürgerinnen und Bürger unserer Städte und Gemeinden und sollten bei alltäglichen Begegnungen zum Beispiel als Nachbarn oder Kunden wahrgenommen werden.

Dafür werden wir uns engagieren!

Wir gehören dazu!
Teilhabe von Menschen mit schweren Behinderungen als Herausforderung für Praxis, Wissenschaft und Politik vom 22.-24.09.05 in Magdeburg (öffentlich)

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat vom 22.-24. September 2005 im Maritim Hotel Magdeburg einen sehr erfolgreichen Kongress veranstaltet:

"Wir gehören dazu!"
Teilhabe von Menschen mit schweren Behinderungen als Herausforderung für Praxis, Wissenschaft und Politik

Die Lebenshilfe in Deutschland verfolgte mit diesem Kongress ihr wichtiges Anliegen, sich besonders für die Lebenssituation von Menschen mit sehr schweren Behinderungen einzusetzen. Sie sollen an den aktuellen Entwicklungen in der Hilfe für Menschen mit Behinderung - Normalisierung, Integration, Selbstbestimmung und Teilhabe - gleichberechtigt beteiligt sein. In Magdeburg wurden für diesen Personenkreis aktuelle Praxisentwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und weitere fachliche sowie politische Anliegen in zahlreichen Vortragsveranstaltungen und Workshops bearbeitet.

Im Mittelpunkt des Fachkongresses standen die Anliegen erwachsener Menschen mit einer geistigen Behinderung und sehr hohem Hilfebedarf, die

    ihre Wünsche und Bedürfnisse überwiegend nicht sprachlich äußern,
    ihre Befindlichkeit über spezifische Verhaltensweisen mitteilen,
    wegen eines erheblichen zusätzlichen physisch, psychisch oder organisch bedingten Hilfebedarfs spezielle pädagogische, therapeutische und pflegerische Unterstützung benötigen.

Zum Personenkreis der Menschen mit schweren Behinderungen gehören vor diesem Hintergrund aus Sicht der Bundesvereinigung Lebenshilfe somit vor allem:

    sogenannte schwer mehrfach behinderte Menschen mit einem sehr hohen Betreuungs- und Pflegebedarf;
    Menschen mit herausforderndem Verhalten und einem sehr hohen pädagogisch/psychologischen Unterstützungsbedarf.

Der Kongress setzte für beide Personengruppen gleichermaßen Impulse für notwendige Entwicklungen in Gesellschaft und Politik, in der Praxis der Behindertenhilfe und im Verband.

In Magdeburg gab es Vortragsveranstaltungen sowie Workshops zu folgenden Themenfeldern:

Lebensrecht und ethische Grundannahmen
Fachliche Fragen der Alltagsgestaltung
Medizinische und pflegerische Fragen
Strukturfragen aus Sozialpolitik und Recht
Innovative Handlungsansätze
Aus-, Weiter- und Fortbildung
Fragestellungen aus dem familiären Zusammenleben
Erfahrungen aus dem europäischen Ausland

In der Übersicht hier finden Sie - unredigiert wie geliefert - die uns vorliegenden Vortragstexte und Workshop-Impulse sowie die sozialpolitische Abschlusserklärung aus Magdeburg. Die meisten dieser Texte stehen Ihnen als PDF Dateien kostenlos zur Verfügung.

Lediglich die folgenden, auch in gedruckter und damit in zitierfähiger Form in den Publikationen der Bundesvereinigung Lebenshilfe vorliegenden Vorträge sind kostenpflichtig:

    Teilhabe von Menschen mit schweren Behinderungen - ein Bürgerrecht: Prof. Dr. Monika Seifert
    Abdruck in: Fachdienst der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Nr. 4/2005
    Menschen mit schweren Behinderungen im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen: Prof. Dr. Theo Klauß
    Abdruck in: Zeitschrift Geistige Behinderung, Nr. 1/2006
    Zum Zusammenhang von schwerer Behinderung und Bioethik: Robert Antretter
    Abdruck in: Rechtsdienst der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Nr. 4/2005
    Sozialrechtliche Situation von Menschen mit schweren Behinderungen in Deutschland - Anforderungen und Probleme: Norbert Schumacher
    Abdruck in: Rechtsdienst der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Nr. 4/2005

Über Ihr reges Interesse an dieser Dokumentation würden wir uns sehr freuen. Unterstützen Sie durch aktives Handeln das Kongressanliegen aus Magdeburg, die Lebensqualität von Menschen mit hohem Hilfebedarf sicherzustellen und problematische Entwicklungen, die dieser Zielsetzung entgegenstehen, zu erkennen sowie diesen engagiert entgegen zu wirken. Unser Dank geht gleichzeitig an die vielen Referent(inn)en in Magdeburg, die uns ihren Kongress-Beitrag für diese Dokumentation zur Verfügung gestellt haben.

Im Angebot der Bundesvereinigung Lebenshilfe seit 08.12.05

24. September 2005
übernommen von der Homepage der Bundesvereinigung Lebenshilfe

www.lebenshilfe.de

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